Hand mit Schutzhandschuh hält Becherglas, zähflüssige dunkle Flüssigkeit läuft kontrolliert aus

Gel & viskose Produkte abfüllen​

Ob Waschgel, Duschgel, Handseife, Reinigungs-Gel, Pasten, hochviskose Konzentrate oder spezielle technische Medien: Zähflüssige Produkte stellen bei der Abfüllung ganz andere Anforderungen als dünnflüssige Reiniger oder Wasser-basierte Lösungen. Wer hier auf „Standard-Abfüllung“ setzt, riskiert unpräzise Füllmengen, Lufteinschlüsse, verschmierte Gewinde, schlechte Optik und unnötig hohe Ausschussraten. In diesem Beitrag zeigen wir, worauf es bei Gel- und Viskose-Abfüllung wirklich ankommt – und warum eine erfahrene Lohnabfüllung wie bei der SDS Verpackungsdienst GmbH in Langula den Unterschied machen kann.

Zähflüssige Flüssigkeit fließt aus einem Edelstahl-Auslauf in einen Behälter

Viskosität verstehen: Warum „zäh“ nicht gleich „zäh“ ist

Viskosität beschreibt vereinfacht, wie stark ein Produkt „fließt“ – also wie widerständig es sich beim Pumpen und Dosieren verhält. Entscheidend ist: Viele Gele sind nicht-newtonsch. Das heißt, sie verändern ihr Fließverhalten je nach Scherung (Bewegung) und Temperatur.

  • Manche Gele werden beim Pumpen kurzfristig dünner (shear thinning) und fließen dann deutlich leichter.

  • Andere Produkte reagieren empfindlich auf Druck, Luftkontakt oder längere Standzeiten und verändern Konsistenz oder Struktur.

Für die Abfüllpraxis heißt das: Ein Abfüllversuch mit Musterware ist oft der schnellste Weg, um die passende Technik und Parameter zu bestimmen – statt nur nach Datenblatt zu planen.

Hand mit Schutzhandschuh hält Becherglas, zähflüssige dunkle Flüssigkeit läuft kontrolliert aus

Temperatur: Der unterschätzte Stellhebel für saubere Abfüllung

Bei viskosen Medien ist die Temperatur häufig der entscheidende Faktor für Stabilität und Füllgenauigkeit. Schon wenige Grad können darüber entscheiden, ob ein Produkt sauber einzieht oder Fäden zieht, ob es spritzt oder „steht“, ob Luft mitgerissen wird oder nicht.

Typische Effekte:

  • Wärmer = niedrigere Viskosität (Produkt fließt besser, kürzere Taktzeiten möglich)

  • Kälter = höhere Viskosität (mehr Druck nötig, höhere Belastung für Pumpe/Schläuche, mehr Lufteinschlüsse möglich)

Wichtig: Bei empfindlichen Rezepturen (z. B. Tensid-Mischungen, Gelbildner) darf man nicht einfach „hochheizen“. Die Temperatur muss so gewählt werden, dass Produktqualität, Optik und Stabilität erhalten bleiben.

Analoge Temperaturanzeige in Grad Celsius zur Prozesskontrolle bei der Abfüllung

Pumptechnik: Nicht jede Pumpe kann Gel

Für zähflüssige Medien ist die Pump- und Dosiertechnik zentral. Die Auswahl richtet sich nach Konsistenz, Partikelanteil, Schaumbildung und gewünschter Genauigkeit.

Bewährte Ansätze in der Praxis:

  • Verdrängerprinzip (z. B. Kolben-/Exzenterschnecken-ähnliche Konzepte, je nach Setup) für präzises Dosieren bei höherer Viskosität

  • Kurze Produktwege und passende Schlauch-/Leitungsquerschnitte, damit Druck und Reibung nicht unnötig steigen

  • Saubere Abschneidtechnik an der Düse, um Fädenziehen zu reduzieren (besonders bei gelartigen Tensidprodukten)

Das Ziel ist immer: konstante Füllmengen, saubere Mündungen/Gewinde und ein gleichmäßiger Produktspiegel in jeder Flasche.

Industrielle Ventil- und Dosiertechnik mit Metallmechanik und Rohrleitungen

Lufteinschlüsse vermeiden: Der häufigste Qualitätskiller

Luft im Produkt ist mehr als nur ein optisches Problem. Lufteinschlüsse können:

  • zu schwankenden Füllmengen führen (scheinbar „voll“, aber weniger Inhalt)

  • die Etikettierung und Optik verschlechtern (Blasen, unruhiger Spiegel)

  • beim Kunden den Eindruck erwecken, das Produkt sei „nicht richtig abgefüllt“

  • bei manchen Medien auch Oxidation/Stabilität beeinflussen

Typische Ursachen:

  • zu hohe Pumpgeschwindigkeit / falsche Düse

  • ungünstige Ansaugung (wirbelt Luft ein)

  • zu großer Fallweg in die Flasche

  • schäumende Rezepturen oder falsche Temperatur

Gute Gegenmaßnahmen:

  • angepasste Dosiergeschwindigkeit (nicht maximal schnell, sondern kontrolliert)

  • bodennahes Füllen (Düse tiefer, weniger Luftkontakt)

  • ruhige Produktführung ohne Verwirbelung

  • bei Bedarf kurze Entgasungs-/Beruhigungszeiten vor dem Verschließen

Luftblasen und Schaum in einer Flüssigkeit als Beispiel für Lufteinschlüsse

Prozessparameter, die in der Praxis zählen

Bei Gel-Abfüllung entscheiden oft Details über „läuft“ oder „läuft nicht“:

  • Gebindeform und Öffnungsdurchmesser (zu eng = Schmieren, zu weit = Spritzer)

  • Verschlusswahl (Dichtung, Gewindequalität, Originalitätsring)

  • Reinigbarkeit / Produktwechsel (viele viskose Produkte haften stärker)

  • Taktzeit vs. Produktoptik (zu schnell = Luft & Verschmutzung)

Gerade bei Serienabfüllung lohnt es sich, einmal sauber zu parametrieren – statt später Ausschuss und Reklamationen zu managen.

Weiße Kunststoffflasche mit blauem Schraubverschluss, Deckel geöffnet

Warum Lohnabfüllung für viskose Medien oft der schnellste Weg ist

Zähflüssige Produkte lassen sich hervorragend abfüllen – wenn Technik und Parameter passen. Eine spezialisierte Lohnabfüllung für Gel und viskose Produkte reduziert Anlaufprobleme, sorgt für konstante Qualität und spart internen Aufwand bei Testläufen, Technikaufbau und Prozessabsicherung.

Die SDS Verpackungsdienst GmbH in Langula unterstützt bei der Abfüllung viskoser Medien von der passenden Abfüllstrategie bis zur serienfähigen Umsetzung – inklusive Blick auf Gebinde, Verschluss, Etikettierung und sauberes Handling.

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